Action Teaching Mein Gott, was ist los?

Bazon Brock und die Deutsche Realität – AGIT POP

Mein Gott was ist los? | Agit Pop. Dritte Soirée in der Galerie René Block, Berlin 22.01.1965, Bild: Flyer.
Mein Gott was ist los? | Agit Pop. Dritte Soirée in der Galerie René Block, Berlin 22.01.1965; Bild: Flyer

Identisch mit „Hommage à Berlin“, das laut Arbeitsbiographie in „Ästhetik als Vermittlung“ am 25.1.1965 stattgefunden habe. 

Aktion mit dem Springer-Denkmal 'Immer daran denken!' – Raum der deutschen Realität; dem Manifest 'Bitte um glückliche Bomben auf die deutsche Pissoirlandschaft'; einer Lesung aus dem 'Postkartenroman'; dem Manifest 'Fronttheater' und einem Kopfstand auf einer Landkarte.

In Zusammenhang mit der Aktion in der Galerie stand auch das „Straßentheater“ auf dem Kurfürstendamm, bei dem die Straße selbst zur Bühne wurde.

Beschreibung der Aktionen in der „Wochenschau/Die Zeit unter der Lupe“ vom 26.1.1965:

„Leute sitzen auf dem Kurfürstendamm in Berlin. Beine sitzender Leute, junger Mann teilt Karten aus. // Bazon Brock, halbnah, spricht O-Ton und dreht sich um, halbnah: "Um Ihnen zu zeigen, dass ich nicht in böser Absicht komme, drehe ich mich einmal vor Ihnen um." Seine Füße stehen auf dem Berliner Stadtplan. Er liest französische Lyrik aus dem 19. Jahrhundert vor. Bazon Brock spricht und reißt den Mund auf, O-Ton: "Die Augen des jungen Republikaners sind klar. Sehen Sie auf mich. Hier haben Sie eine Öffnung, die meine Mutter gemacht hat. Wenn Sie in meinen Mund sehen, können Sie bis in meine Seele schauen. Was sehen Sie - dass ich ein Dichter bin - innen und außen." // Zeitungsseiten mit Schlagzeilen. Auf einem Tisch steht ein Kaffeekessel mit Stacheldraht umwickelt. Bücher auf einem Tisch unter Stacheldraht. Junge Frau ißt von einem Teller, der mit Stacheldraht umwickelt ist. Leselampe mit Stacheldraht. Profil einer jungen Frau, groß, ißt Schwarzbrot, das mit Stacheldraht umwickelt ist. Mädchen, groß, trinkt aus Glast mit Stacheldraht. Apfelsinen und Zitronenschalen auf einem Teller unter Stacheldraht. // Bazon Brock mit Hut spricht, O-Ton: "Die Qual der Kunst hat bereits ein Ende. Ich möchte dem Publikum begreiflich machen, sich selbst so zu sehen, wie sie normalerweise Kunstwerke betrachten. Wenn ich auf dem Kopf stehe, so heißt das, dass ich mich anschicke, die Arbeit des Geistes ernst zu nehmen. Und ich stehe sehr lange und sehr gut auf dem Kopf und weiß durchaus jedem zu widerstehen, der versuchen sollte, nur auf seinen zwei Beinen in der Erde einzuwurzeln." Bazon Brock stellt sich auf den Kopf. Sein Blickwinkel, auf dem Kopf stehend. Seine Füße.“

Die Wochenschau ist online zu sehen unter: https://www.filmothek.bundesarchiv.de/video/586679?q=bazon+brock&xm=AND&xf%5B0%5D=_fulltext&xo%5B0%5D=CONTAINS&xv%5B0%5D=

Termin
22.01.1965, 20:00 Uhr

Veranstaltungsort
Berlin, Deutschland

Adresse
Galerie Réné Block, Frobenstraße 18, 1000 Berlin 30

Veranstalter
Galerie Block