Donnerstagsmanifest und Aktion mit Hermann Goepfert auf der Frankfurter Hauptwache

Manifest zur Aktion "Vergoldung der Umwelt" von Bazon Brock und Hermann Goepfert | Frankfurt am Main 1962
Klappentext, bibliografische Angaben oder Entsprechendes

Hermann GOEPFERT und Bazon Brock diskutierten mit Laufpublikum kunst- und gesellschaftspolitische Fragen: vor allem die damals noch völlig unverständliche Auffassung, daß "eine bestimmte ,Reaktion des Publikums" (siehe Manifest zur Aktion) ein Ereignis zum Kunstwerk machen kann. Die Bedeutung der Rezeptionsweisen des Publikums wurde demonstriert, indem die zufällig vom Publikum mitgebrachten Gegenstände (Eingekauftes und Angezogenes) vergoldet wurden - mit Bronze aus der Sprühdose.
Da man gerne (damals wie heute) künstlerische Tätigkeit als "Vergoldung der Lebenswelt", als "Erhöhung", als "Wertschöpfung" zu betrachten geneigt ist, wurde das Publikum anhand der im wörtlichen Sinne vergoldeten Gegenstände darauf hingewiesen, daß die Gegenstände (so golden sie auch seien) erst durch die Art, wie man mit ihnen umgeht und wie man sie bewertet, Bedeutung für Menschen erhalten. Der Hinweis scheint verstanden worden zu sein.
Monate nach der Aktion (bei Gelegenheit anderer Donnerstagsmanifeste zur Avantgarde-Ideologie, zur Tierfreundfrage, zum Terrorismus der Befehlsnormen im Alltag usw.) wurden einige vergoldete Objekte mit beigefügten Dokumenten geleisteter Rezeption übergeben. Nur ein Objekt, ein vergoldetes Brot, landete im Kunsthandel, wohin es nun wirklich nicht gehörte. Wolf VOSTELL hat Jahre später die Brotvergoldung nachgeholt, mit welchem Resultat, ist nicht bekannt.

Zielstrebige Aufhebung des Lokalkolorits in Gold

Ein Lastzug fährt - die Natur hält still - andere kommen durch

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