Stimmen der Toten

James Turrell-Kapelle auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof

Stimmen der Toten  | Dorotheenstädtischer Friedhof, Berlin 2.06.2018. Memorial „Bazon Brock, von dem Sie immer schon gewußt haben, daß er den tiefsten Eindruck auf Erden mit seinen Füßen hinterlassen würde.“ 1968 „Der Tod muß abgeschafft werden …“. Literaturblech 1965 im Hof der Sammlung Hoffmann, Berlin | fotografiert von Uwe Loesch 1999. Fingierte Todesanzeige für Bazon Brock, 1966
Klappentext, bibliografische Angaben oder Entsprechendes

2. Juni 2018, 21.00 Uhr | Bazon Brock über Bazon Brock

Bazon Brock (*2.6.1936), Künstler und Kunsttheoretiker sowie Gründer der Berliner Denkerei / Amt für Arbeit an unlösbaren Problemen“, hat sich ein Grab (CH-4-13) auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof reserviert. An seinem 82. Geburtstag spricht er über seine Zukunft auf dem Friedhof und über seine langjährige Beschäftigung mit dem Thema in seinen Aktionen und Arbeiten wie „Der Tod muss abgeschafft werden“ (1965), der fingierten „Todesanzeige“ von 1966, der Forderung nach einem „Telefonanschluss im Grab“ oder dem Memorial „Bazon Brock, von dem Sie immer schon gewußt haben, daß er den tiefsten Eindruck auf Erden mit seinen Füßen hinterlassen würde“ von 1968.

Zur Veranstaltungsreihe

Der Dorotheenstädtische Friedhof gehört zu den prominentesten Friedhöfen Berlins: Einige der bekanntesten deutschen Schriftsteller*innen, Philosophen und Künstler*innen – darunter Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Friedrich August Stüler, Bertolt Brecht oder Christa Wolf – haben auf dem Friedhof ihre letzte Ruhestätte gefunden.

„Stimmen der Toten“ ist der Titel einer außergewöhnlichen Lesereihe, die von April bis September 2018 am jeweils 1. Samstag im Monat zum Sonnenuntergang in der illuminierten Kapelle auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof I in Berlin-Mitte stattfindet. Freunde, Verwandte und Weggefährten lassen berühmte Verstorbene, die auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof I ihre letzte Ruhe fanden, noch einmal zu Wort kommen – in Texten, Bildern und Liedern. Das Action Teaching von Bazon Brock über seine Zukunft auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof bildet hier eine Ausnahme.

Die 1928 erbaute Friedhofskapelle des Dorotheenstädtischen Friedhofs wurde am 8. Juli 2015 nach umfangreichen Sanierungsmaßnahmen wiedereröffnet. Der durch den US-amerikanischen Licht-Künstler James Turrell gestaltete Raum ermöglicht einzig­artige Raumerfahrungen: Vergleichbar der Lichtwirkung einer gotischen Kathedrale sind die von Turrell geschaffenen Räume nicht im herkömmlichen Sinne "beleuchtet", sondern von Licht und Farbigkeit erfüllt.