Essenzen zu Bazon Brock Zitate aus der Arbeitsbiographie von Bazon Brock angelegt von seinen Lesern Bazon Brock bazonbrock@bazonbrock.de http://www.bazonbrock.de http://www.bazonbrock.de/feed-essenzen/ 2019-06-18T14:20:27+02:00 Essenz zu »Höllenfahrt« angelegt von Mathias Bergmann http://www.bazonbrock.de/essenzen/?id=809 2019-06-18T13:13:24+02:00 im Werk »Frankfurter Rundschau« Ist das Gewissen selbst ein Ungeheuer, weil es außer sich nichts gelten läßt? Mathias Bergmann Essenz zu »[Das Plateau der Freundschaft – Kritik der Wahrheit« angelegt von Mathias Bergmann http://www.bazonbrock.de/essenzen/?id=808 2019-06-18T13:09:31+02:00 im Werk »49. Esposizione Internazionale d'Arte « Wenn also in Zukunft Menschen noch etwas gemeinsam haben werden, was sie fördert und schützt, dann sind es nicht religiöse Überzeugungen, kulturelle Identitäten oder Stil- und Geschmackspräferenzen (deretwegen schlagen sie sich ja dauernd die Köpfe ein); vielmehr stiftet die gemeinsame Orientierung auf Probleme, vornehmlich die böswilligen Probleme, also die prinzipiell nicht lösbaren, ein Zusammengehörigkeitsgefühl: eben das der Freundschaft. Denn im Unterschied zur Liebesbeziehung, zur Eltern-Kind-Beziehung, zur Meister-Schüler-Beziehung oder zur Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Beziehung eröffnet die Freundschaft Akzeptanz und Orientierung, soweit man sich dem Freund und der Freundin gerade mit Hinweis auf die eigenen Zweifel, Mankos, Versagensängste und allgemeinen Defizite vorbehaltlos anvertraut. Mathias Bergmann Essenz zu »Meister des Zaubers der Entzauberung« angelegt von Mathias Bergmann http://www.bazonbrock.de/essenzen/?id=807 2019-06-18T13:06:06+02:00 im Werk »Kinomagie« „Alles, was entsteht, ist wert, weil es zugrunde geht“ und das hieß, die Gegenwart als zukünftige Vergangenheit zu verstehen und wertzuschätzen. Mathias Bergmann Essenz zu »Meister des Zaubers der Entzauberung« angelegt von Mathias Bergmann http://www.bazonbrock.de/essenzen/?id=806 2019-06-18T13:05:11+02:00 im Werk »Kinomagie« Das griechische Uchronie meint wörtlich „Nichtzeit“ oder „ohne Determination durch Zeit“ wie Utopie den „Nirgendort“ als das Nirgendwo kennzeichnet. Ich hoffe aber, vielfach dazu beigetragen zu haben, dass beiden Begriffen eine erweiterte Bedeutung zugestanden wird, denn das Nirgendwo der Utopie identifiziert ja schon der Volksmund als ein Überall. Ein Beispiel aus anderer Sphäre: Die Neubauarchitekturen des Hotelkonzerns Hilton sehen auf der ganzen Welt möglichst gleich aus, damit dem vielreisenden Gast die Orientierung in den Häusern durch deren Gleichförmigkeit erleichtert wird. Hiltons Hotelbauten sind also utopisch in dem Sinne, dass sie überall und damit nirgendwo Alleinstellungsmerkmale besitzen. Ähnlich hat die Volksweisheit das uchronische Niemals als „Jederzeit“ oder „Allzeit“ zu verstehen gelehrt. Uchronisch sind Konzepte wie das der Zeitlosigkeit, der unbefristeten Dauer oder der Ewigkeit. Ihren Sinn erfüllen Uchronie und Utopie als Ressourcen der Kritik an den zeitlichen und örtlichen Gegebenheiten. Dem rasanten Wechsel wird der uchronische Zustand der Dauer entgegengesetzt, zum Beispiel in Museen; und der ständigen Übertrumpfungsraserei von architektonischen Sonderformen bietet die Utopie adäquate Kritik durch die Widerlegung des Konzepts des „immer mehr, immer höher, immer besser“ oder des Wachstums als der einzigen Optimierungsstrategie. Mathias Bergmann Essenz zu »Pädagogik als Anleitung zur Selbstbildung der Lehrenden« angelegt von Mathias Bergmann http://www.bazonbrock.de/essenzen/?id=805 2019-06-18T12:48:20+02:00 im Werk »Bauhaus now« Jede Arbeit mit einem Begriff verändert ihn, erst recht als Grundlage verständnisgesättigten Tuns. Im Tun aber entsteht das Neue als unvermeidliche Abweichung zwischen Begriff und Anschauung, zwischen Wissen und Tun oder zwischen Denken und Sprechen, was ich einmal die Erzeugung der ästhetischen Differenz genannt habe. In dieser Differenz gründet die Transzendierung des immer schon Gewussten und führt zur einzig wichtigen, zur innerweltlichen Transzendenz, in der die Reflexivität von Wissen und Handeln mit einem Mal produktiv wird. Mathias Bergmann Essenz zu »Deutschsein« angelegt von Mathias Bergmann http://www.bazonbrock.de/essenzen/?id=804 2019-06-18T12:44:30+02:00 im Werk »Was kostet den Kopf?« Mutwille, Willkür, Bösartigkeit kann man nicht als irrationale Größen abtun, indem man sie mit dem Bannfluch der Inhumanität belegt. Sehnsucht nach Überlegenheit, Verbindlichkeit und Dauer läßt sich nicht als Merkmal faschistoider/autoritärer Persönlichkeiten abwehren. Mathias Bergmann Essenz zu »Deutschsein« angelegt von Mathias Bergmann http://www.bazonbrock.de/essenzen/?id=803 2019-06-18T12:44:05+02:00 im Werk »Was kostet den Kopf?« Daß man das Gute unbedingt will und gerade deshalb das Böse schafft, ist seit der Französischen Revolution allgemeine, nichtdeutsche Erfahrung. Denn wer könnte schon den Guten, die Gutes wollen, entgegentreten: also zum Beispiel den religiösen, den ökologischen und politischen Fundamentalisten, den Welterlösern, den Weltrettern, den Weltverbesserern? Mathias Bergmann Essenz zu »Deutschsein« angelegt von Mathias Bergmann http://www.bazonbrock.de/essenzen/?id=802 2019-06-18T12:34:25+02:00 im Werk »Was kostet den Kopf?« Die uns beherrschende Logik unserer natürlichen Dummheit legt den Dualismus von gläubig-ungläubig, treu-untreu oder freundlich-feindlich nahe als simpelste Form der Attributierung. Sie besteht nur aus einer Operation, nämlich zuzustimmen oder abzulehnen, ja oder nein zu sagen – und mit jeder Zustimmung wird die Fiktion dessen gesetzt, was man folgerichtig ablehnen müsse. Dieses Verfahren beherrscht heute die Steuerung technischer Prozesse, die ebenfalls auf der Binarität von Null und Eins, von Impuls und Nicht-Impuls beruht. Aus dieser Analogie scheint sich auch die Tatsache zu erklären, daß in Deutschland höchste technische Funktionalität mit dem kulturellen Fundamentalismus (Blut und Boden) vereinbar war. Mathias Bergmann Essenz zu »Deutschsein« angelegt von Mathias Bergmann http://www.bazonbrock.de/essenzen/?id=801 2019-06-18T12:33:46+02:00 im Werk »Was kostet den Kopf?« Im Grunde ist das gesamte Konzept von Modernität seit gut 200 Jahren gegen die zerstörerische Kraft der regionalen Kultur entwickelt worden. Die Moderne wollte den bornierten Kulturkämpfen entgehen, indem sie der Gesellschaft eine radikale Umorientierung von der Fixierung auf kulturelle Identitäten hin zur universalen Zivilisation nahelegte. Die Kulturfeindlichkeit der Moderne, die gerade von volkstümelnden Minderheiten beklagt wurde, hat in dieser Vorgabe von Universalität der Zivilisation ihren Grund. Folgerichtig wurde von den Modernen als nachahmenswürdiges Beispiel einer solchen kulturenübergreifenden Zivilisation immer wieder das Konzept der antik-römischen civitas anempfohlen. Der moderne Klassizismus in Italien, England, Frankreich, schließlich in Deutschland und im Einflußbereich des sowjetischen Sozialismus berief sich auf diese römische civitas, die in der amerikanischen und französischen Revolution auch auf der Ebene rechtlicher Ausformulierung beispielhaft wurde. Mathias Bergmann Essenz zu »Deutschsein« angelegt von Mathias Bergmann http://www.bazonbrock.de/essenzen/?id=800 2019-06-18T12:33:05+02:00 im Werk »Was kostet den Kopf?« Wie man gemeinsame Ohnmachtserfahrungen zur Kraft der Veränderung werden lassen kann, ohne auf die historischen Muster des totalitären Terrors zurückzugreifen – diesen Fragen muß gegenwärtig unsere Aufmerksamkeit gelten, anstatt die Ressourcen dafür zu verschwenden, Verbindlichkeiten der sozialen Gemeinschaften kulturell zu begründen. Heutzutage erfahren alle wie immer legitimierten Mächtigen, daß mit dieser Macht nichts mehr getan ist, daß sie ihre Handlungsfähigkeit eingebüßt haben. Die Bürger büßen sogar ihre Fähigkeit ein, noch über diese Sachverhalte zu kommunizieren, wodurch sie in den Kurzschluß getrieben werden, das Vakuum der selbstzerstörerischen Macht ließe sich nur durch noch größere Machtansammlung füllen. Ein verständlicher, aber tragischer Irrtum, wie die Geschichte lehrt – vor allem die Geschichte des Deutschseins. Mathias Bergmann